Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen Gutachter für barrierefreies Bauen Konzepte - Planungen - Gutachten
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"Barrierefreie Schätzchen"

Nun, ich gebe zu, der Titel ist nicht ganz ernstgemeint so wie er dasteht. Hier ist zwar alles wahrhaft und ernst gemeint, jedoch manchmal kann ich mir Ironie oder Sarkasmus nicht verkneifen.

Falls sich jemand wieder findet und das geändert hat, bitte ich um Info. Ich würde dann dies umziehen in meine Rubrik der guten Lösungen, denn auch weiß, dass nicht die ganze Welt optimal ist. Und wenn ein Betreiber die hier gezeigten Fälle ändert und sinnvoll nutzbar macht, dann freut mich das und ich veröffentliche dies sehr gerne; das kann Ansporn für andere „Baustellen“ sein.

 

Immer wieder - und damit meine ich nicht nur Erlebnisse bei der Arbeit, sondern auch im täglichen Leben.

 

Das Hotel, das zwar ein „Behindertenzimmer“ anbietet, dann aber eine alte und hohe Badewanne vorhält. Oder das Restaurant, das zwar „rollstuhlgerecht“ sein will, wenn man dort anruft, jedoch die Toilette im Keller hat und dazu eine Treppe zu überwinden wäre. Solche Erlebnisse aus Unwissenheit oder bewusster Irreführung kennt jeder körperlich eingeschränkte.

 

Auch die Rubrik „gut gemeint“ ist nicht zu vernachlässigen. Diese fügt mir als Schwabe besondere Schmerzen zu, denn dort wurde gutes Geld in die Hand genommen um eine nicht funktionierende „Lösung“ anzubieten. Sehr ärgerlich, denn weder der gute Vorsatz, noch das gute Geld bringen den gewünschten Erfolg, wenn dies weder fachmännisch geplant noch installiert wird. Solches Halbwissen wird immer trotzdem mit vollem Geldbetrag bezahlt.

In diesem Jahr 2017 wurde mir das im Anschluss gezeigte Badezimmer in einem - nach eigenen Angaben 4-Sterne-Hotel in Neu-Ulm und direkt an der Donau gelegen  - als "Behindertengerechtes Zimmer" untergejubelt. Mal ganz abgesehen davon, dass behindertengerecht sowieso nicht zu erwarten wäre, so wäre barrierefrei nach den Vorschriften der Landebauordnung schon zu erwarten gewesen. Von einem mit dem Rollstuhl überwindbaren Zugang oder einem entsprechenden Parkplatz für mein Auto gar nicht zu reden. Sowas ärgert mich gewaltig!

 

Das war der Auslöser diese Rubrik zu eröffnen, denn es kann nicht sein, dass sowas einfach hingenommen wird – und auf explizit erfolgte Nachfrage sogar noch die Nutzbarkeit betont wird. Für einen Behinderten, der z.B. eine bodengleiche Dusche benötigt wäre dieses Zimmer nicht nutzbar und die Übernachtung unmöglich zumutbar gewesen.

Bilder des glorreichen Badezimmer:

oben:

eine alte Einbaubadewanne mit einem läppischen Handtuchhalter, der waagerecht montiert wohl als Einstiegshilfe zu fungieren hat…

unten:

eine WC-Anlage mit einem wandinstallierten Unterputz-Drückspüler auf einer Höhe wie ich das noch gar nie sah! Gut, einen Stützklappgriff neben der Toilette gibt es auch nicht, aber das wäre hier drin auch sinnloser Schnickschnack. Man lernt nie aus -

 

Gut, das Badetuch ist auch etwas hoch deponiert, aber da der Rollifahrer sowieso nicht in die Gefahr kommt die Wanne nutzen zu können, muss er ja auch das Badetuch nicht erreichen können.

 

Da winken doch goldene Zeiten für Körperbehinderte, falls sie in diesem Hotel absteigen sollten…

 

Also:

nicht böse sein, sondern als Ansporn sehen mich zu  nötigen den Bericht in eine andere Kategorie umzuhängen und eine Empfehlung aussprechen zu können.

Ich freu mich drauf.

letzte Aktualisierung:

07.07.2019

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